Zwischen Großstadt und ländlichem Raum: Peri-urbane Gebiete im Fokus

Das Regionen-Netzwerk PURPLE trifft sich zur Generalversammlung im Regionalverband

Nah an der urbanen Kernstadt gelegen, zugleich dicht am ländlichen Raum: Von sogenannten peri-urbanen Gebieten ist die Rede, wenn städtische und ländliche Charakteristika zu einer eigenen Kategorie verschmelzen – wie etwa in der Region FrankfurtRheinMain. Diese Gebiete zwischen Stadt und Land stehen vor besonderen Herausforderungen, und sie benötigen spezielle, bedarfsgerechte Fördermöglichkeiten.

Das Regionen-Netzwerk „Peri-Urban Regions Platform Europe“ (kurz: PURPLE) vertritt die Interessen dieser peri-urbanen Räume seit mehr als 20 Jahren erfolgreich gegenüber den Institutionen der Europäischen Union. Der Erfolg zeigt sich vor allem darin, dass peri-urbane Gebiete mehr und mehr als Entwicklungstreiber wahrgenommen werden und diese auch zunehmend an Projekten zur Spitzenforschungsförderung beteiligt werden. 

Zur Generalversammlung dieses Regionen-Netzwerks trafen sich kürzlich Politiker und Fachleute aus Belgien, Deutschland, England, Tschechien und Polen im Regionalverband FrankfurtRheinMain. Bei der Versammlung erinnerte der bislang amtierende Präsident von PURPLE Rouven Kötter, Erster Beigeordnete des Regionalverbandes, an die Ursprünge des Netzwerks, die auch hier in FrankfurtRheinMain liegen. So hat PURPLE das Erbe früherer Europaprojekte angetreten, aus denen wesentliche Elemente des Regionalparks Rhein-Main in dessen Frühphase finanziell gefördert worden waren. 

Außerdem bestimmte die Generalversammlung Petr Springinsfeld, Vorsitzender des Ausschusses für interregionale Beziehungen und stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für regionale Entwicklung im Rat der Region Südmähren, zum neuen Präsidenten von PURPLE.

Nach fachlichen Erörterungen zu Förderprogrammen, Projekten und zur Interessenvertretung fanden Exkursionen in die Region statt. Zunächst konnten die Delegierten den fertiggestellten Abschnitt des Radschnellweges Frankfurt-Darmstadt buchstäblich „erfahren“: Unter Leitung von Manfred Ockel, Bürgermeister der Stadt Kelsterbach und Geschäftsführer der Regionalpark RheinMain SÜDWEST gGmbH, bewältigten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Strecke von Langen nach Darmstadt-Wixhausen mit dem Rad. „Wir sind stolz, in der kurzen Zeit von weniger als 10 Jahren dieses Modellprojekt moderner Verkehrsinfrastruktur geschaffen zu haben“, sagte Manfred Ockel. Rouven Kötter ergänzte: „Mit diesem Radschnellweg leisten wir einen konkreten und wirklich benutzbaren Beitrag zur Mobilitätswende. Weitere werden folgen.“

Anschließend besuchten die Gäste die Kernzone des Regionalparks RheinMain in Hattersheim und Flörsheim. Das Motto „Der Landschaft einen Sinn, den Sinnen eine Landschaft“ bezeichnet das Referenzgebiet für die einstigen Europaprojekte, aus denen seinerzeit PURPLE hervorgegangen ist. Gemeinsam mit den Partnern aus anderen europäischen Metropolregionen wurden damals Konzepte für den modernen Umgang mit dem Freiraum in dichtbesiedelten dynamischen Regionen entwickelt.

„Ich bin wirklich stolz darauf, was sich in den vergangenen 25 Jahren entwickelt hat. Entstanden ist ein einzigartiges Routennetz, das auf 1 250 Kilometern die Region verbindet – vom Rheingau bis in die Kinzigaue, von der Wetterau über den Frankfurter GrünGürtel bis ins Hessische Ried,“ so Rouven Kötter, der auch Aufsichtsratsvorsitzender der Regionalpark RheinMain SÜDWEST gGmbH ist.