„Eine soziale, regionale Zusammenarbeit wird angestrebt von Holz-Ausbilder Michael Römersberger, Ralf Heiß, bbw-Abteilungsleiter Ausbildung & Beruf, Peter Deubener, Holz-Ausbilder (stehend von links), und dem Ersten Beigeordneten des Regionalverbands Rouven Kötter sowie Cornelia Dörr von der Regionalschleife Wetterau der Hessischen Apfelwein- und Obstwiesenrouten (sitzend von links)“
Berufsbildungswerk Südhessen und Regionalverband streben Kooperation an
Eine Perspektive für das eigene Leben, ein passender Job, die eigenen vier Wände, Selbstständigkeit – wer wünscht sich das nicht? Aber nicht alle haben die gleichen Voraussetzungen dafür. Jeder junge Mensch mit Lerneinschränkung, , psychischer Erkrankung oder aus dem Autismus-Spektrum ist einzigartig, nicht alle haben dieselben Bedürfnisse. Deshalb bietet das Berufsbildungswerk Südhessen (bbw) in Karben eine breit gefächerte Palette an maßgeschneiderten Angeboten. Mit speziellen Fördermöglichkeiten werden junge Menschen auf ihrem Weg in die berufliche und soziale Teilhabe begleitet.
Das bbw in Karben existiert seit fast 40 Jahren und ist bundesweit eines der größten seiner Art. Mehr als 300 Mitarbeitende und rund 600 Teilnehmende sind auf dem rund 12 Hektar großen Geländetätig. Das bbw bietet Berufsorientierung, Berufsvorbereitung und Ausbildung in mehr als 30 Berufen sowie betreutes Wohnen und sogenannte „Hilfen zur Erziehung“. Außerdem begleitet es die Absolventinnen und Absolventen beim Übergang in den Arbeitsmarkt. „Vor Corona hatten wir eine Vermittlungsquote von etwa 70 %. Darauf waren wir sehr stolz. Die Pandemie hat unsere Arbeit deutlich erschwert und die beruflichen Perspektiven stark eingeschränkt.“ Erläutert der für Ausbildung und Beruf zuständige Leiter Ralf Heiß. „„Wir suchen daher einerseits nach Unternehmen, die bei der Besetzung ihrer Arbeitsplätze unseren Absolvent*innen eine Chance geben, zu zeigen was sie können. Und wir suchen andererseits nach Kooperationspartnern, die uns durch konkrete Arbeitsaufträge eine praxisnahe Ausbildung ermöglichen.“
Aus diesem Grund war der Erste Beigeordnete des Regionalverbands FrankfurtRheinMain Rouven Kötter (SPD) nach Karben gekommen. Der Regionalverband verantwortet die Hessischen Apfelwein- und Obstwiesenrouten und möchte den Regionalschleifen für eine Steigerung der Attraktivität einen Produktkatalog anbieten. Neben Bänken und Tischen für die Routen sind Mülleimer, Fahrradständer und Infotafeln mit dem bekannten Apfel-Logo geplant. Auch Liegebänke sollen im Angebot sein. „Wir wollen die Apfelwein- und Obstwiesenrouten attraktiver gestalten. Die Routen werden von den Akteuren in fünf Regionalschleifen getragen und diesen wollen wir ein möglichst komfortables, attraktives Angebot aus einer Hand bieten“, erläutert Kötter im Rahmen seines Besuchs im bbw. „Uns ist dabei die Qualität der Produkte sehr wichtig – aber natürlich auch, dass diese regional gefertigt werden. Das bbw ist nicht nur regional, sondern auch noch sozial. Diese Traum-Kombination wollen wir sehr gern unterstützen.“
Vermittelt wurde der Kontakt von Cornelia Dörr, die sich als ehemalige Mitarbeiterin des bbw mit deren Angeboten bestens auskennt und als Vorstandsmitglied in der Regionalschleife Wetterau der Apfelwein- und Obstwiesenrouten von den Bemühungen und der Suche nach einem geeigneten Partner des Regionalverbands wusste. „Der Regionalverband ist ein starker Partner für die Streuobstakteure der Region. Rouven Kötter hatte uns Regionalschleifen aufgefordert, mögliche Partnerbetriebe für den geplanten Produktkatalog zu nennen. Da ist mir natürlich sofort das bbw in den Sinn gekommen. Ich freue mich sehr, dass wir nun konkret über eine mögliche Kooperation sprechen. Der geplante Produktkatalog wäre eine tolle Sache für das Ausflugsziel Apfelwein- und Obstwiesenrouten.“
„Wir prüfen nun, ob wir alle gewünschten Produkte herstellen können und bei welchen wir weitere Partner ins Boot holen müssen“, so Ralf Heiß. „Ich freue mich, dass das bbw als Partner in Betracht gezogen wird und dass unsere Arbeit auf diesem Wege unterstützt werden soll.“
Unter der Federführung des Regionalverbands FrankfurtRheinMain wird aktuell ein Netz von Radschnellwegen durch die Region geplant. Beim FRM 6 durch die Wetterau bis Frankfurt und beim FRM 4 vom Taunus nach Frankfurt fand nun eine umfangreiche Bürgerbeteiligung mit Rekordinteresse statt. Einige Tausend Menschen haben sich daran beteiligt und viele Vorschläge und Anregungen eingebracht.
„Die Anregungen waren absolut konstruktiv und sind sehr hilfreich für unsere weitere Arbeit. Wir bedanken uns bei allen Bürgerinnen und Bürger, die sich beteiligt haben“, sagte der Erste Beigeordnete und Mobilitätsdezernent des Regionalverbandes Rouven Kötter (SPD).
Gefragt wurden die Teilnehmenden unter anderem, was ihnen an einem Radschnellweg besonders wichtig wäre. Am häufigsten genannt wurde, dass die Nutzungskonflikte mit Fußgängern und Kfz-Verkehr auf einer solchen Verbindung minimiert werden sollen. Auch das Kriterium der Direktheit, d.h. eine möglichst umwegfreie Führung, wurde als besonders relevant eingestuft.
Zudem konnten die vorgeschlagenen Trassenverläufe seitens der Bürgerinnen und Bürger kommentiert werden. Neben Hinweisen zu Gefahrenstellen, starken Steigungen oder Konflikten mit anderen Nutzungen wurden auch neue Wegeführungen angeregt. Rouven Kötter, Mobilitätsdezernent beim Regionalverband, stellt erfreut fest: „Dank der konstruktiven Hinweise aus der Online-Beteiligung konnte in einigen Abschnitten der Verlauf der Trassenvarianten optimiert werden.“
Ein weiteres Anliegen war die Einrichtung von Rastplätzen oder Servicestationen entlang des Radschnellwegs, an denen man kleinere Reparaturen durchführen oder sich bei Regen unterstellen kann. Aufgrund der Länge der Radschnellwege kam zudem die Anregung, den ÖPNV bei der Planung intensiv zu berücksichtigen. Dadurch sei eine bessere Kombination der beiden umweltfreundlichen Verkehrsmittel möglich. Die Ergebnisse der Online-Beteiligung sind in die Trassenbewertung eingeflossen. In einem nächsten Schritt werden die Projektpartner über eine Vorzugstrasse entscheiden. Anschließend werden für diese konkrete Maßnahmenvorschläge erarbeitet. Die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie stellen eine vorbereitende Planungsgrundlage dar. Die Entscheidung, ob die Realisierung des Radschnellweg weiterverfolgt wird, erfolgt nach Abschluss der Studie durch die beteiligten Kommunen.
„Es soll nicht die jeweils theoretisch bestmögliche Route gefunden werden, sondern die Beste, die auch in einem schnellen Zeitrahmen umgesetzt werden kann. Wir planen nicht für die Schublade, sondern wir wollen diesen Weg auch bauen!“ stellt Kötter abschließend klar.
Unter www.region-frankfurt.de/rsw kann man sich über den Fortschritt der gesamten Radschnellwege-Projekte in der Region informieren.
v.l.: Ausschussvorsitzender Rouven Kötter (SPD) sowie die Ausschussmitglieder Annette Wetekam, Michael Hahn (beide CDU) und Tabea Rösch (SPD)
Der Ausschuss für Regionalentwicklung, Umwelt und Wirtschaft beim Wetteraukreis hat sich in zahlreichen Sitzungen intensiv mit dem Klimaschutzbericht des Kreises beschäftigt. In der jüngsten Sitzung wurde er nun abschließend zur Kenntnis genommen und das Fazit der Kreiskoalition ist eindeutig: „Im Wetteraukreis wird nicht nur von Klimaschutz geredet, hier wird gehandelt!“
Der Vorsitzende des Ausschusses Rouven Kötter (SPD) dankte den Mitarbeitenden des Kreises: „Das zuständige Team leistet wirklich engagierte Arbeit, hat im Ausschuss kompetent und verständlich berichtet und alle Fragen ausführlich beantwortet.“ Er betonte auch die Bedeutung des Themas: „Klimaschutz geht alle uns an. Klimaschutz und die damit verbundenen Herausforderungen sind zwar von globalem Ausmaß, es muss ihnen jedoch zugleich regional und lokal begegnet werden.“
Der CDU-Sprecher im Ausschuss Bürgermeister Michael Hahn sieht den Kreis in seinen Anstrengungen auf einem guten Weg: „Die Koalition nimmt ihre Verantwortung ernst und hat bereits wesentliche Weichenstellungen vorgenommen. Unter anderem hat sie ein umfangreiches Klimaschutzkonzept für den Wetteraukreis auf den Weg gebracht. Es wurden im Rahmen der neu definierten Klimaschutzziele konkrete Maßnahmen für den Einsatz Erneuerbarer Energien festgelegt sowie Maßnahmen im Bereich der energetischen Sanierung, der Heizungsmodernisierung und der effiziente Einsatz von Beleuchtungstechnik beschlossen.“
„Der Klimaschutzbericht liefert zunächst die Eckdaten für die kreiseigenen Liegenschaften: den Energieverbrauch der Gebäude, Bilanzierungen sowie sich daraus ergebende Einsparpotenziale. So konnten im Vergleich zu 1990 bereits 65 % der CO2-Emissionen eingespart werden. Dass der Fokus hierbei zunächst auf dem Gebäudemanagement lag, liegt auf der Hand, da der Kreis hier den größten Handlungsspielraum hat“, berichtet Ausschussmitglied Tabea Rösch (SPD). „Der neue Klimaschutzbericht geht jedoch darüber hinaus und nimmt eine ganzheitlichere Betrachtung vor. So rücken auch Mobilität, unsere regionale Landwirtschaft und nachhaltiger Tourismus in den Fokus. Damit befinden wir uns aus meiner Sicht auf dem richtigen Weg“.
CDU-Ausschussmitglied Annette Wetekam ergänzt: „Zum Zweck des Erfahrungsaustauschs und Wissenstransfers setzt sich die Koalition parallel hierzu für eine weitere Vernetzung mit anderen Kommunen und Organisationen im Bereich des Klimaschutzes ein. Die Gründung des kommunalen Energieeffizienz-Netzwerks mit Kommunen im Gebiet des Zweckverbandes Oberhessische Versorgungsbetriebe begrüßt die Koalition ebenso wie die Mitgliedschaft bei „Hessen aktiv: Die Klima-Kommunen“, einem Bündnis hessischer Städte, Gemeinden und Landkreise für den Klimaschutz. Dieses Konzept wird die Koalition umfassend und ganzheitlich weiterentwickeln und den Weg zu einem CO2-neutralen Leben gestalten.“
Ein Klimaschutzbericht inklusive geeigneter Maßnahmen zur CO2-Reduktion soll auch künftig im zwei- jährigen Turnus vorgelegt werden. „Wir bleiben bei diesem wichtigen Thema am Ball und sehen es als permanente Querschnittsaufgabe der Kreispolitik an.“ sind sich CDU und SPD in der Wetterau einig.
v.l. Antje Quitta, Kreisbeigeordneter Matthias Walther und Ausschussvorsitzender Rouven Kötter
Auf dem Weg zur Radregion Wetterau – Ausschuss berät über Radschnellweg
Wetteraukreis (pdw)Mit einem Bericht zum geplanten Radschnellweg durch die Wetterau bis nach Frankfurt (FRM6) stand ein spannender Tagesordnungspunkt auf der Agenda des Ausschusses für Regionalentwicklung, Umwelt und Wirtschaft (RUW) des Wetteraukreises.
Der Regionalverband FrankfurtRheinMain hat die Federführung bei dem Projekt und die dort beschäftigte Regionale Radverkehrsbeauftragte Antje Quitta präsentierte den aktuellen Stand und beantwortete die Fragen der Ausschussmitglieder.
„Der Ausbau der Radinfrastruktur ist ein wichtiger Baustein für einen modernen Mobilitätsmix“, ist der Vorsitzende des Ausschusses Rouven Kötter (SPD) überzeugt. Kötter ist als Erster Beigeordneter beim Regionalverband unter anderem für das Thema Mobilität zuständig und plant mit seinem Team ein Netz von neun Radschnellwegen durch die gesamte Region. „Komfortable und sichere Abstellmöglichkeiten für Fahrräder, vernünftige Radwege zwischen den Ortschaften aber auch Schnellradwege zum täglichen Pendeln können ihren Beitrag leisten, dass mehr Menschen freiwillig und gerne auf das Fahrrad umsteigen.“
Kreisbeigeordneter Matthias Walther (CDU) teilt diese Einschätzung und arbeitet mit seinen Mitarbeitern an der Realisierung der ‚Radregion Wetterau‘: „Mit dem Projekt ‚Kurze Wetterau‘ und zahlreichen anderen Maßnahmen sind wir auf einem guten Weg. Die Realisierung des Radschnellwegs FRM6 wäre eine tolle Sache für viele Menschen im Wetteraukreis. Daher unterstützen wir das Vorhaben seitens des Kreises fachlich und beteiligen uns auch an den Kosten der Machbarkeitsstudie.“
Vom groben Korridor zur konkreten Wegeführung
Radverkehrsbeauftragte Antje Quitta gab zunächst eine allgemeine Erläuterung, was unter einem Radschnellweg zu verstehen ist. Es geht dabei um möglichst direkte Verbindungen in einer verlässlichen Ausbauqualität, auf denen man zügig von A nach B kommt. Im Gegensatz zum Straßen- oder Schienenbau gibt es hierfür keinen regionalen Planungsträger. Daher bietet der Regionalverband seinen Mitgliedskommunen an, diese Projekte federführend zu übernehmen. Nach einem Auftakt im Dezember 2019 konnte im Juni 2020 ein Kooperationsvertrag mit allen beteiligten Kommunen geschlossen werden. Nach einer entsprechenden Ausschreibung wurde im März 2021 der Auftrag einer Machbarkeitsstudie vergeben. Ziel der Studie: Erarbeitung einer möglichen Trasse mit hoher Realisierungswahrscheinlichkeit. „Wir wollen keine theoretische Studie erarbeiten, die zwar von den Fachleuten Applaus erntet, aber am Ende in den Regalen verstaubt und nicht realisiert wird. Ziel ist es, eine Trasse zu erarbeiten, die auch eine hohe Chance auf Realisierung hat. Wir wollen diesen Radweg bauen!“ stellt Kötter dazu klar. Dabei arbeite man sich von groben Korridor zur konkreten Wegeführung vor.
Überwältigende Beteiligung
Im Oktober und November des vergangenen Jahres fand dazu online eine Bürgerbeteiligung statt, bei der erste Trassenvarianten vorgestellt wurden. „Die Resonanz war überwältigend“, berichtet Antje Quitta. „Über 1.800 Teilnahmen mit rund 1.000 sehr konkreten Hinweisen. Die Kenntnisse der Bürgerinnen und Bürger sind für die Planungen sehr hilfreich und fließen direkt in die aktuell laufende Bewertung der verschiedenen Trassenvarianten ein.“ Im nächsten Schritt werden die beteiligten Kommunen gemeinsam eine Vorzugstrasse für den Radschnellweg festlegen, die dann weiter bearbeitet werden soll.
Der RUW-Ausschuss hat das Thema mit dieser Sitzung nicht abgeschlossen. Vielmehr soll regelmäßig über den aktuellen Fortschritt berichtet und beraten werden. Als nächster Termin dafür steht eine gemeinsame Rad-Erkundung im April im Kalender. „Wir wollen uns insbesondere solche Streckenabschnitte vor Ort ansehen, bei denen wir Konfliktpotenzial sehen. Ein Blick in die Landkarte ersetzt einen persönlichen Eindruck nicht“, so Ausschussvorsitzender Kötter. Auch Kreisbeigeordneter Walther wird an dem Vor-Ort-Termin teilnehmen. „Solche Projekte werden immer spannender, je konkreter sie werden. Da ist ein gemeinsamer Termin entlang der geplanten Route sicherlich hilfreich für die weiteren Schritte.“